Barceló Funchal Oldtown - 5-Sterne Urban-Designhotel


Vom historischen Funchal direkt in den B‑Heaven

Manchmal reichen zehn Minuten, eine Kamera und zwei ausgesprochen hilfreiche Rezeptionistinnen, um eine Geschichte zu entdecken. Die beiden gaben mir noch den entscheidenden Hinweis, ich müsse unbedingt in den Himmel – und ergriffen anschließend vorsichtshalber die Flucht, als der Fotograf mit seiner Kamera näher rückte.
Die beiden Trainees am Eingang des NOZ waren deutlich mutiger. Sie stellten sich gut gelaunt vor die Kamera und zeigen, dass zur sorgfältig gestalteten Atmosphäre des Hauses auch Menschen gehören, die Gäste freundlich empfangen.
Barceló Funchal Oldtown in Funchal Sé
Terrasse des Barceló Funchal Oldtown im Herzen von Funchal unweit der Kathedrale Sé.
Im Barceló Funchal Oldtown liegt dieser praktischerweise bereits in der fünften Etage und trägt den passenden Namen B‑Heaven. Dort oben warten ein beheizter Pool, Sonnenliegen, eine Skybar und ein großartiger Blick über die Dächer von Funchal bis zum Atlantik. Als ich ankam, waren fast alle Liegen belegt und an der Bar entstanden fleißig neue Cocktails. Gute Voraussetzungen für einen entspannten Urlaubstag – weniger gute für einen Fotografen, der keine Gäste ungefragt in seine Bildkomposition einbauen will.
5. Stockwerk mit Rooftop-Dachterrasse des Barceló Funchal Oldtown
Skybar und B-Heaven mit Rooftop Pool im 5 Stockwerk über den Dächern von Funchal
Barceló Funchal Oldtown Dachterrasse
Dachterrasse B-Heaven mit privatem Bereich nur für Hotelgäste.
Der Himmel muss deshalb noch ein wenig auf seine offizielle Fotosession warten. Ich komme wieder, dann mit Termin und möglichst vor elf Uhr morgens. Wenn andere Gäste noch beim Frühstück sitzen, darf der Fotograf hoffentlich ungestört über den Dächern von Funchal arbeiten.

Sechs historische Gebäude und ein modernes Hotel

Schon beim Betreten des Barceló Funchal Oldtown wird deutlich, dass dieses Haus nicht einfach auf ein freies Grundstück gestellt wurde. Das Hotel verbindet sechs historische Gebäude aus dem 17. Jahrhundert, deren ursprüngliche Fassaden und Teile der alten Bausubstanz erhalten blieben.

Eines der Gebäude gehörte einst zur bekannten Stickereifabrik Oliveira Bordados Enmaderienses. Ein weiteres stand im Zusammenhang mit der Familie Blandy, die Madeiras Weinhandel über Generationen mitprägte. Bei der Restaurierung wurden historische Elemente, alte Konstruktionen und regionale Handwerkstraditionen bewusst in die neue Gestaltung integriert.

Diese Geschichte ist im Hotel nicht hinter einer Informationstafel versteckt. Sie begegnet einem in Wänden, Oberflächen, Möbeln und dekorativen Details. Historische Substanz, geometrische Muster, warme Hölzer, Naturstein und moderne Leuchten bilden keinen musealen Rückblick, sondern eine sehr selbstbewusste Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart.

Besonders schön zeigt sich das in der Lobby. Die Beleuchtung setzt die Architektur präzise in Szene, ohne sich selbst in den Vordergrund zu drängen. Selbst die große Lichtinstallation wirkt hier nicht wie ein dekorativer Fremdkörper, sondern wie ein moderner Kommentar zur historischen Umgebung.
Reception des Barceló Funchal Oldtown
großzügige und edel gestaltete Reception des Barceló Funchal Oldtown

Ein Hotel, das mehr als nur gut aussieht

Wieder unten in der Lobby bemerkte ich, dass nicht nur Licht, Farben und Materialien sorgfältig aufeinander abgestimmt sind. Auch ein angenehmer Duft lag in der Luft. Das klingt zunächst nach einer kleinen Nebensache, ist aber genau der Punkt, an dem aus einer schicken Einrichtung ein räumliches Erlebnis wird: Dieses Hotel spricht nicht nur die Augen an.

Dasselbe Gefühl hatte ich bereits auf der Terrasse des zum Hotel gehörenden Restaurants NOZ. Sie liegt mitten im historischen Zentrum von Funchal und trotzdem angenehm eingebettet zwischen Fassade, Bäumen und Fußgängerzone. Dort war ich schon einmal ohne Kamera – ein Zustand, den ich selbstverständlich bald korrigieren werde.

Restaurant, Bar und Lobby greifen gestalterisch ineinander, ohne gleich auszusehen. Muster erinnern an traditionelle Fliesen und textile Strukturen, während Holz, Metall, Naturstein und indirektes Licht eine moderne, warme Atmosphäre schaffen. Selbst die Regale mit historischen Motiven wirken eher wie ein erzählerisches Archiv als wie gewöhnliche Hoteldekoration.
Lobby und Bar des Barceló Funchal Oldtown
stilvolle Lobby mit Bar des Barceló Funchal Oldtown
Restaurant innen im Barceló Funchal Oldtown
Innenbereich des NOZ Restaurants
super freundliches Personal im Restaurant
Im Restaurant NOZ für Mittag- und Abendessen habe ich bisher immer einen sehr achtsamen, freundlichen und professionellen Service erleben dürfen. Heute waren es zwei charmante Trainees: Noelia Vázquez (links) und Águeda Trillo (rechts).

Oft gibt es auch Live-Musik am Abend auf der Terrasse vor dem Hotel Barceló Funchal Oldtown.
Café im Barceló Funchal Oldtown Hotel
Bar und Café des Barceló Funchal Oldtown

Weihnachten vor der Hoteltür

Wie stark das Barceló Funchal Oldtown mit der Stadt verbunden ist, zeigt sich besonders in der Weihnachtszeit. Dann wird die historische Fassade selbst zum Geschenk: Ein gewaltiges rotes Band zieht sich über mehrere Etagen und macht das Hotel zu einem Teil der festlichen Inszenierung Funchals.
Barceló Funchal Oldtown mit Weihnachtsdekoration und NOZ-Terrasse
Am Abend bringt die Weihnachtsbeleuchtung die glatt geschliffenen Steine der traditionellen portugiesischen Calçada zum Glänzen. Selbst bei trockenem Wetter reflektiert der Boden die unzähligen Lichter der Altstadt. Bei angenehmen 20 Grad im Dezember wird vor dem NOZ gegessen, getrunken und flaniert.

Hier endet das Hotel nicht an der Eingangstür. Terrasse, Fußgängerzone und Altstadt gehen beinahe nahtlos ineinander über – mittendrin im weihnachtlichen Funchal und trotzdem mit einem unverwechselbaren, stilvollen Auftritt.
Weihnachtsbeleuchtung vor dem Barceló Funchal Oldtown in Funchal
Das Barceló Funchal Oldtown ist damit kein beliebiges Fünf-Sterne-Hotel, das zufällig in der Innenstadt steht. Es ist ein Stadthotel, das einen Teil der Geschichte Funchals aufgenommen und daraus etwas Eigenständiges geschaffen hat.

Beim nächsten Besuch stehen das NOZ und der B‑Heaven ganz oben auf meinem fotografischen Arbeitszettel. Rein beruflich natürlich. Sollte dabei zufällig ein Cocktail vor der Kamera landen, werde ich auch diesen sorgfältig dokumentieren. 😉

Der Fotograf auf Madeira – Stefan Kapust