Porto da Cruz zwischen Atlantik und Bergen

Es gibt Orte auf Madeira, die ich einmal fotografiere und anschließend zufrieden auf meiner inneren Landkarte abhake. Porto da Cruz gehört eindeutig nicht dazu. Ich war inzwischen mehrfach gemeinsam mit VIP Taxi Carlos Marote dort und entdecke bei jedem Besuch neue Perspektiven: andere Lichtstimmungen über der Bucht, stärkere Brandung am alten Hafen, neue Details in den Engenhos do Norte – und gelegentlich auch eine Rumabfüllung, die aus Gründen journalistischer Sorgfalt noch überprüft werden musste.
Porto da Cruz gehört zum Município Machico und liegt in einem grünen, von Bergen umschlossenen Küstenabschnitt im Nordosten Madeiras. Über dem Ort erhebt sich die annähernd 600 Meter hohe Penha d’Águia. Der markante Adlerfelsen trennt Porto da Cruz von Faial und prägt gemeinsam mit dem Atlantik nahezu jede Ansicht des Ortes.
Bucht von Porto da Cruz mit Fortim-Ruine und Penha d’Águia
Bereits vom Ortseingang öffnet sich ein weiter Blick über die Bucht. Auf dem kleinen Hügel über dem Meer sind die Überreste des Fortim do Porto da Cruz zu erkennen. Die alte Festungsruine ist kein herausgeputztes Postkartenmotiv. Gerade deshalb gefällt sie mir als Fotograf: Die dunklen Mauern, der grüne Hügel und die dahinterliegende Küste erzählen mehr über den Ort als eine makellos renovierte Kulisse.
Wappen des Município Machico
Karte des Município Machico mit Porto da Cruz

Promenade, Naturbad und alter Hafen

Die Promenade führt am Naturbad, dem alten Hafen und dem Ilhéu do Porto da Cruz entlang. Besonders bei kräftigem Seegang zeigt der Atlantik hier, dass er für Fotografen grundsätzlich nicht bereit ist, eine Pose ein zweites Mal zu wiederholen. Jede Welle verändert das Bild, und manchmal empfiehlt es sich, Kamera und Fotograf rechtzeitig einige Schritte vom Wasser zurückzunehmen.
Promenade und Bucht von Porto da Cruz mit Penha d’Águia
Das Meeresschwimmbad bietet bei passenden Bedingungen eine geschützte Möglichkeit zum Baden. Rund um den alten Hafen treffen Einheimische, Spaziergänger und Besucher aufeinander. Porto da Cruz wirkt touristisch erschlossen, aber nicht vollständig für den Tourismus inszeniert. Fischerboote, Brandung, Badegäste, Surfer und Besucher auf der Promenade gehören hier gleichzeitig zum Ortsbild.
Der schwarze Strand Praia da Alagoa liegt unmittelbar beim Ort. Etwas weiter östlich befindet sich die Praia da Maiata, die vor allem bei erfahrenen Surfern bekannt ist. Strömung und Wellengang können an der Nordostküste kräftig sein und sollten nicht unterschätzt werden.
Alter Hafen in Porto da Cruz
Die Engenhos do Norte sind das bekannteste historische Wahrzeichen von Porto da Cruz. Die 1927 errichtete Zuckerrohrmühle bewahrt einen eindrucksvollen Teil der Industriegeschichte Madeiras. Während der Zuckerrohrernte erwachen alte Maschinen, Rohrleitungen, Pressen und dampfbetriebene Anlagen zum Leben. Der Rundgang führt durch eine Arbeitswelt, die erfreulich wenig mit einem glatt polierten Museum gemeinsam hat.
Rum 970 aus den Engenhos do Norte auf Madeira
Zwischen Metall, Holz, Dampf und dem Duft von Zuckerrohr ergeben sich für mich unzählige Fotomotive. Besonders interessant ist der Kontrast zwischen den historischen Maschinen und den Besuchern, die den Produktionsweg durch die Fabrik verfolgen. Dadurch werden nicht nur technische Details sichtbar, sondern auch die Dimensionen der Anlagen.
Bei meinen Besuchen mit Carlos nahm sich PR-Managerin Carla Basílio die Zeit, mir verschiedene Abfüllungen zu zeigen, zu servieren und ihre Besonderheiten zu erklären. Carlos trinkt grundsätzlich keinen Alkohol. Somit blieb die praktische sensorische Qualitätskontrolle vollständig mir überlassen. 😉 Ich habe diese Aufgabe mit der gebotenen Ernsthaftigkeit erfüllt – vielleicht sogar etwas gründlicher, als es für eine erste Einschätzung unbedingt erforderlich gewesen wäre.
Der Rum 970 wird aus frischem Zuckerrohrsaft hergestellt und in unterschiedlichen Varianten angeboten. Neben weißem Rum gibt es gereifte Abfüllungen, Reservas und besondere Fassausgaben. Wie stark sich Lagerung, Alkoholgehalt und Fass auf Duft und Geschmack auswirken, lässt sich am besten im direkten Vergleich feststellen.
Der Geschichte der Engenhos do Norte, der Herstellung von Rum Agrícola da Madeira und den verschiedenen Abfüllungen des Rum 970 werde ich sehr bald eine eigene ausführliche Seite widmen. Dafür sind inzwischen genügend Fotos, Informationen und persönliche Verkostungserfahrungen vorhanden. Vermutlich sogar mehr Verkostungserfahrungen, als ursprünglich für die Recherche vorgesehen waren.
Besucher beim Rundgang durch die Engenhos do Norte in Porto da Cruz

Wandern und Aussichtspunkte rund um Porto da Cruz

Willkommensrahmen am Küstenweg von Porto da Cruz mit Blick auf Madeiras Nordostküste
Porto da Cruz ist zugleich ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen und Touren im grünen Nordosten Madeiras. Oberhalb des Ortes liegt der Aussichtspunkt Portela mit Blick über Porto da Cruz und die Penha d’Águia. In den Höhen verlaufen Wege in Richtung Ribeiro Frio, Santo da Serra und Pico do Suna.
Die Vereda do Larano führt entlang der spektakulären Steilküste in Richtung Machico. Der Weg bietet weite Ausblicke über den Atlantik, verlangt aber Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Auch Mountainbiker nutzen die bewaldeten Höhen und steilen Abfahrten im Hinterland von Porto da Cruz. Vor Wanderungen und sportlichen Touren sollte der aktuelle Zustand der jeweiligen Wege geprüft werden.

Essen mit Aussicht im Baía do Bago

Ausblick vom Restaurant Baía do Bago in Porto da Cruz
Mit Carlos war ich mehrfach auch im Baía do Bago. Das Restaurant liegt direkt an der Promenade vor dem Schwimmbad und bietet einen weiten Blick über Porto da Cruz, die Bucht und die umliegenden Berghänge. Für einen Fotografen besteht dort die realistische Gefahr, zunächst nur auf die Landschaft zu achten und darüber das Essen zu vergessen. Glücklicherweise besitzt die Küche genügend Qualität, um die Aufmerksamkeit wieder auf den Tisch zurückzuholen.
Fisch und Fleisch werden sorgfältig zubereitet, und auch die Crème brûlée hat sich bei meinen Besuchen als ausgesprochen geeignet erwiesen, einen gelungenen Ausflug abzuschließen. Das Baía do Bago ist kein Restaurant, das allein von seiner Aussicht lebt. Aussicht und Küche ergänzen sich – was keineswegs bei jedem Lokal mit Panoramaterrasse selbstverständlich ist.
Im Zentrum von Porto da Cruz befinden sich weitere Restaurants, Snackbars und kleine Cafés. Besonders an Wochenenden und bei gutem Wetter kann es rund um Promenade und Naturbad lebhafter werden - besonders im Sommer, wenn Schulferien sind auch unter der Woche.

Übernachten in Porto da Cruz

Porto da Cruz besitzt keine großen Hotelanlagen wie Funchal oder Caniço. Dafür gibt es kleinere Hotels, Gästehäuser, Ferienwohnungen und individuelle Unterkünfte. Der Ort eignet sich besonders für Reisende, die früh am Morgen direkt an der Küste oder in den Bergen unterwegs sein möchten und am Abend eine ruhigere Umgebung bevorzugen.
Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten sind vorhanden, die Auswahl ist jedoch kleiner als in den großen Ferienzentren. Ein Mietwagen erleichtert Ausflüge und die Anreise zu Wanderwegen deutlich.
Starke Brandung am Rundweg in Porto da Cruz

Parken und Anreise

Von Machico und Santana ist Porto da Cruz über die Schnellstraße gut erreichbar. Parkmöglichkeiten befinden sich im Ortszentrum sowie im Bereich der Promenade und des Naturbades. An sonnigen Wochenenden, während Veranstaltungen und in der Hauptferienzeit kann die Suche nach einem freien Platz etwas mehr Geduld erfordern.
Schon die Zufahrt bietet interessante Ausblicke über den Ort. Die Ansicht der gesamten Bucht mit dem Hügel des Fortim, den Häusern, der Küstenlinie und der Penha d’Águia vermittelt besonders gut, wie eng Porto da Cruz zwischen Atlantik und Bergen liegt.
Begehrter Platz für Fotos zwischen den Felsen von Porto da Cruz

Ausflüge in den Nordosten Madeiras

Porto da Cruz lässt sich gut mit Ausflügen nach Machico, Caniçal, Faial und Santana verbinden. Im Osten liegen die Halbinsel Ponta de São Lourenço und das Walmuseum von Caniçal. In Richtung Norden folgen Faial, Santana, Queimadas und verschiedene Zugänge zum Laurissilva-Wald.
Trotz dieser bekannten Ziele lohnt es sich, Porto da Cruz nicht nur als kurzen Zwischenstopp zu betrachten. Der Rundgang durch den Ort, die Küste, die Engenhos do Norte und ein Essen mit Blick über die Bucht füllen problemlos einen halben oder ganzen Tag.
Bucht von Porto da Cruz die früher mehr Strand geboten hatte
Für mich ist Porto da Cruz inzwischen mehr als ein weiteres Motiv auf Madeira. Der Ort verbindet Landschaft, Industriegeschichte, Menschen und persönliche Begegnungen. Außerdem verändert sich das Licht ständig, keine Atlantikwelle gleicht der vorherigen – und Carla kennt vermutlich noch die eine oder andere Rumabfüllung, die aus rein wissenschaftlichen Gründen fotografisch und sensorisch dokumentiert werden sollte.

Madeira mit eigenen Augen erleben

Als Fotograf auf Madeira will ich mit meinen Bildern und Berichten die schönen Orte der Blumeninsel Madeira aufzeigen. Auch ist mir wichtig, besondere Menschen, ausgefallene Landschaften und schöne Erlebnisse Madeira Interessierten näher bringen, die diese Insel für mich so einzigartig und liebenswert machen!

Um individuell passende Hotels, Pauschalreisen, Flüge, Golfreisen und Mietwagen rund um Madeira anbieten zu können, nutze ich das Buchungssystem meines Partners Travianet – eines renommierten deutschen Reisebüros, das wie ich auch seit 1998 im Tourismus aktiv ist. Das erfahrene und geschulte Serviceteam ist an 365 Tagen im Jahr erreichbar und bietet Reiseangebote von mehr als 120 namhaften Veranstaltern, Reedereien und weiteren Reiseanbietern. So verbinden sich meine persönliche Madeira-Erfahrung, eine umfassende Reiseauswahl und professionelle Buchungsbetreuung.

Eine Buchung über die auf meinen Seiten eingebundenen Angebote unterstützt zugleich meine fotografische und redaktionelle Arbeit. Für erfolgreich abgeschlossene Buchungen erhalte ich vom jeweiligen Affiliate-Partner eine Vergütung. Der jeweils angezeigte Preis wird dadurch nicht erhöht.

Jede Buchung trägt zur Entstehung weiterer unabhängiger Fotoreportagen über Madeira bei und bedeutet zugleich eine wertvolle Anerkennung meiner Arbeit.

Dafür danke ich von Herzen ❤️
Fotograf auf Madeira und Herausgeber
Stefan Kapust
www.madeira.photo