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Madeira ist eine zauberhafte Vulkaninsel im Atlantik, nie zu heiss, nie richtig kalt. 365 Tage im Jahr Frühling. Kraftvolles Grün, überall blühende Pflanzen. Eine Trauminsel mit einem "Schwachpunkt": Es gibt praktisch keinen Badestrand.
Madeira ist eine Insel zum Wandern und Geniessen. Wer baden will, muss mit dem "Inselflieger" nach Porto Santo fliegen (es gibt natürlich auch eine Fährverbindung), einer Sand- und Badeinsel (nur 5000 Einwohner) etwa 50 Kilometer entfernt. Der Name "Madeira" leitet sich ursprünglich vom portugiesischen Begriff für "Holz" ab - die namensgebenden Siedler fanden die Insel dicht bewaldet vor. Auch heute noch ist Madeira eine grüne Insel, aber der ursprüngliche Wald musste fast überall weichen zugunsten einer intensiven Landwirtschaft: Bananen, Zuckerrohr und Papayas und nicht zuletzt die Trauben für den berühmten Dessertwein Madeiras wachsen oft auf künstlich angelegten Terrassen, die oft bis an die steil abfallenden Felsen reichen und nur über wahrhaft halsbrecherische Wege zu erreichen sind. (Mehr über Madeiras Weine.) Neben Wein und Früchten exportiert die Insel Spitze, Korbwaren und tropische Blumen: Fast jeder Tourist bringt sich als inseltypisches Souvenir einige der exotischen Strelitzien mit (> Neustrelitz) Genau wie die (ebenfalls sehr schönen - wenn auch touristisch weniger erschlossenen - Azoren) gehört die Insel zu Portugal. Sie liegt ca. 630 Kilometer westlich der afrikanischen Küste und gehört zusammen mit den Azoren, den Kanarischen Inseln und den Kapverdischen Inseln zu den "Glückseligen Inseln", den Makaronesischen Inseln.
Mit knapp 800 km² ist Madeira ist nicht viel grösser als das Bundesland Hamburg. Die Insel ist recht dünn besiedelt und von den 265.000 Einwohnern (zum Vergleich: Rostock hat ca. 200.000, Münster oder Augsburg oder Mönchengladbach ca. 250.000 Einwohner) lebt fast die Hälfte (gut 100.000) in der Hauptstadt Funchal bzw. ihrer unmittelbaren Umgebung. Aber die Landschaftsstruktur lässt eine Besiedelung nicht überall zu: Madeira ist ausserordentlich zerklüftet mit schroffen Felsen und respektablen Bergen: Der Pico Ruivo ist mit 1.862 m der höchste Berg; andererseits gibt es vulkanische Einbruchkrater ("Calderas" oder "Calderen" = Kessel), die steile, kaum zugängliche Täler bilden.
Nur in der Mitte der Insel eröffnet sich ein Hochplateau (Das Hochmoor Paúl da Serra, eine relativ ebene Hochfläche in einer Höhe von 1300 m bis 1500 m), recht kalt und häufig nebelig - immerhin so unangenehm, dass man sich nicht entschliessen konnte, hier einen Flughafen zu bauen. Und da es die einzige grössere ebene Fläche ist (in den meisten Orten reichen die ebenen Flächen nicht 'mal für einen Fussballplatz!), ist der Flugplatz bei Funchal geblieben - mit einer Landebahn, die wie eine halbe Brücke weit ins Meer reicht. Trotzdem ist der Anflug recht abenteuerlich geblieben und nur besonders ausgebildeten Piloten vorbehalten. Schon bald nach der (Wieder-)Entdeckung und ersten Besiedlung (ab etwa 1400 nach unserer Zeitrechnung, das ist die Zeit der Hanse und von Klaus Störtebeker, nur etwa 100 Jahre vor der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus) eingeführt wurde ein für Madeira typisches Bewässerungssystem, das heute (auch) von grosser touristischer Bedeutung ist: Die Levadas.
Das im Norden der Insel reich vorkommende Wasser wird über Kanäle in den wasserarmen, aber sonnigen Inselsüden geleitet. Die kleinen Kanäle - Levadas sind in der Regel nicht 'mal einen Meter breit - ziehen sich mit ganz geringem Gefälle (die Gesamtlänge aller dieser Levadas beträgt viele Hundert Kilometer) durch das Gebirge. Neben den Kanälen läuft immer ein Pfad, der wichtig ist, um die Levadas zu pflegen und den ungehinderten Lauf des Wassers zu garantieren. Es ist nicht ganz einfach, sich das vorzustellen: Diese schmalen Bewässerungskanäle ziehen sich nicht etwa durch eine Ebene, sondern hoch in den Bergen, teilweise auch durch Tunnel, oft direkt am Steilhang, angeklebt wie Schwalbennester. Diese Pfade sind hervorragende Wanderwege: Sie können sehr bequem in schwindelnder Höhe durch das Gebirge wandern, ohne nennenswerte Höhenunterschiede überwinden zu müssen. Lassen Sie sich mit dem Bus oder dem Taxi an den Ausgangspunkt Ihrer Wanderung bringen und wandern Sie dann durch eine herrliche Natur immer am Wasser entlang. Dafür überwinden diese Wasserwege Täler und Berge, durchqueren Tunnels, kreuzen natürliche Wasserläufe und führen auch über Brücken. Heute werden die Levadas außer zum Transport des Wassers vor allem touristisch genutzt. Auf den neben dem Wasser verlaufenden Pfaden sind an vielen Orten Wanderwege ausgeschildert.
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